Die Welt zieht unter uns vorbei. Flüsse, Wiesen, Felder, Dörfer, große Städte, kleine Städte, Wälder, Seen, Industriegebiete. Nichts von all der Ruhe, die die gleichmäßig brummenden Triebwerke ausstrahlen, lässt darauf hindeuten, dass sich das Flugzeug in weniger als einer Stunde zersplittert, ausgebrannt und mit Leichen auf dem Erdboden befindet. Nichts lässt vermuten, dass sich diese entspannte Atmosphäre, die Gespräche der Passagiere, das leise Rollen der Wagen, den die Stewardess durch die engen Gänge schieben, gleich in eine Hölle verwandeln wird, in eine verschwimmende Flut aus Chaos und Angst. Die Wolken ziehen an uns vorbei, den Eindruck vermittelnd, man könnte auf ihnen herumspringen, weich und fest, wie Zuckerwatte. Nicht einmal die leichten Turbulenzen stören die Menschen. Es wird Musik gehört, gelacht, geschlafen, gegessen. In weniger als einer Stunde wird man einen fürchterlichen Gestank riechen, dass linke Triebwerk wird anfangen zu qualmen und in Flammen aufgehen. Die Maschine wird sich zur Seite neigen, eine Spur aus Rauch hinterlassend. Die Menschen werden anfangen zu schreien, verzweifelt die Atemmasken herunterreißen und beten. Das Handgepäck wird aus den Schränken fallen, im Flugzeug wird Panik ausbrechen, der Pilot wird versuchen die Menge zu beruhigen, die Lichter werden ausfallen, ebenso die Schwerkraft, wenn das Flugzeug mit immer mehr Geschwindigkeit auf den Erdboden zurast. Man wird durchgeschüttelt werden, sich gegen den Sitz pressen, mit den Händen die Lehnen umklammern und dem eigenen Tod in die Augen sehen. Der Pilot wird endgültig die Kontrolle verlieren. Man hört Babys quengeln, alte Menschen schreien und junge ebenso. Das Flugzeug wird auf den Erdboden prallen, explodieren, die Körper der Menschen in der Umgebung verteilen. Und dann -
"Möchten sie noch etwas zu trinken, Miss?"
"Einen Brandy und eine Schlaftablette, bitte. Ich habe so schreckliche Kopfschmerzen."
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